Bericht über eine Namibiafahrt

04.08.2013

Hier der Bericht: Bilder hierzu unter Bilden.

 

Bericht Namibiareise

Vom 18. März bis zum 9. April 2013 haben wir, Ingeborg und Gerhard Baumeister unseren

Namibiaurlaub mit dem Besuch von Projekten auf verschiedensten Missionsstationen der

Oblaten und Hiltruper Missionsschwestern verknüpft und dieses wunderschöne Land

genossen. So bleiben auch nach unserer vierten Reise innerhalb von zwanzig Jahren, die

Freundlichkeit der Menschen, die Herzlichkeit der Begegnungen und die grandiose Natur mit

der Einsamkeit der Wüste und der Vielfältigkeit der Tierwelt in unseren Köpfen.

Infos zum Freundeskreis und über die Projekte siehe eigenen Bericht.

Im Nachhinein bleibt zu sagen, dass alle Spenden ihr Ziel erreichen. Auch hier gilt: Es war

gut alles noch einmal mit eigenen Augen zu sehen und auch Erklärungen über den

Hintergrund verschiedenster Spenden geben zu können. Besonders gefragt waren danach

Hefte, Zeichenblöcke und Malpapier, die sonst teuer erworben werden müssen. Zu hören

das ¼ bis 1/3 des Verdienstes für Fahrten zur Arbeitsstelle ausgegeben werden müssen hat

uns ganz schön erschreckt.

Im Gespräch mit den MSC Schwestern aus Deutschland, die seit mehr als 50 Jahren in

Namibia leben und jetzt ihren Ruhestand in Mariental (200 km südlich von Windhoek)

verbringen, wurden auch die Sorgen geäußert, wie die Spendenbereitschaft aufrecht

erhalten werden kann. Denn die namibischen Ordensleute haben selten Kontakt zu

Touristen, weil nur wenige wie wir auf den Missionsstationen logieren. Aber erst hier erkennt

man, wie vielfältig die Aufgaben der heutigen Missionare und Missionsschwestern sind. Das

beginnt nicht nur in der Betreuung von Kindergarten- und Schulkindern und endet nicht mit

der Arbeit mit Aidskranken und den Menschen am Rande der Gesellschaft.

Die einheimischen Schwestern und Patres haben jetzt die volle Verantwortung für viele

Missionsstationen übernommen und müssen sehen wie sie mit abnehmendem

Spendenaufkommen diese Arbeit finanzieren können.

Auch ist ein Umdenken bei den deutschen Spendern nötig. Namibia ist auf einem rasanten Weg

ins Jetzt. Fühlte man sich 1993 abseits der Missionsstation noch Jahrhunderte zurückversetzt, ist

heute mit den Handys, den Transportmitteln und den Touristen, die Gegenwart erreicht. So

können z.B. die alten Geradstichnähmaschinen zum Nähen der neuen Stoffe nicht mehr genutzt

werden und für die älteren Nähmaschinen gibt es dort weder Ersatzteile noch Fachleute zum

Reparieren. So gibt es noch viele Beispiele, die erst im gemeinsamen Austausch gelöst werden

können. Wichtig wird die Hilfe zur Selbsthilfe, damit die Projekte nicht im Sande verlaufen,

sondern Start für viele Familien in eine selbst bestimmte Zukunft sind. Das fängt damit an, das

eine Frau nähen lernt und eine Nähmaschine kaufen kann. Mit dem Erlös aus dem Verkauf von

selbst genähtem, kann dann wieder zum Lebensunterhalt der Familie beigetragen werden. Der

Lohn von ca. 2000 Nam.-Dollar ( ca. 200,- €) für angelernte Arbeiter reicht gerade zum überleben

und so trifft man in den Touristenzentren immer wieder ganze Familien die selbst gefertigte

Handarbeiten verkaufen.

Bei allem ist uns Pater Terliesner von der Missionsversorgung der Oblaten aus Borken eine große

Hilfe. Denn von seinem Wissen über die Art und Weise der Spendenverteilung, können wir auch

nach jahrzehntelanger Sammeltätigkeit für die Legdener Missionare und Missionsschwestern noch

profitieren und damit auch im Sinne der Verstorbenen deren Arbeit weiter unterstützen